Chatten im Fremdsprachenunterricht

Die Ausgangssituation

Die Richtlinien NRW weisen dem Englischunterricht zwei zentrale Arbeitsbereiche zu. Zum einen geht es um die "kritische Auseinandersetzung mit den vielfältigen Ausprägungen des Englischen in sehr unterschiedlichen Kulturen (...)", zum anderen sollen die Schüler ein "pragmatisches, kritisches und kreatives Verhältnis zum Gebrauch der Fremdsprache Englisch als internationaler Verkehrssprache entwickeln" - weiter gefaßt also um die Lernziele interkulturelle und kommunikative Kompetenzen. Wie schwer eine Annäherung an diese Ziele sich in vielen Fällen gestaltet, dürfte jedem Englischlehrer bekannt sein. Protagonisten in den Lehrbüchern entpuppem sich ab dem zweiten Lernjahr nicht selten als Antagonisten, die eher abschrecken denn motivieren. Oft entwickeln sich in wenigen Jahren gravierende Redehemmungen, die spätestens in der Oberstufe kaum noch abzubauen sind. Dabei spielt die Tatsache eine wichtige Rolle, daß viele Schüler sich aus sorgfältig geplanten, authentischen und eigentlich ansprechenden Redeanlässen herausziehen, weil es einfach als unnatürlich und "albern" empfunden wird, mit den Klassenkameraden in einer Fremdsprache zu diskutieren. Das Verfassen längerer schriftlicher Texte gerät dann zur unüberwindlichen Hürde, weil das Verhältnis zur Fremdsprache in der Folge zwangsläufig weder pragmatisch noch kreativ ist.

Abbhilfe schaffen Austauschprogramme und Brieffreundschaften mit Partnerschulen im englischsprachigen Ausland. Diese sind jedoch immer von einem großen organisatorischen Aufwand geprägt und wirken nur punktuell. Brieffreundschaften können aufgrund der hohen zeitlichen Verzögerung nur schwer in den laufenden Unterricht integriert werden.

Um Authentizität in den Englischunterricht zu bringen, den Austausch mit Muttersprachlern zu ermöglichen und somit zusätzliche Motivation zu schaffen, haben in den letzten Jahren bereits Mailboxprojekte viel Beachtung gefunden, die aufgrund der schnellen Datenübertragung besser in die Unterrichtsplanung einbezogen werden können . Ausgangsmaterial für solche Projekte sind aber längere schriftliche Texte, auf die letztlich schriftlich reagiert wird, auch wenn sich dazwischen eine Diskussionsphase im Klassen- oder Kursverband befindet. Bei der Produktion schriftlicher Texte haben Planungs- und Überarbeitungsphasen große Bedeutung; spontanes und schnelles Reagieren, wie es im mündlichen Sprachgebrauch erforderlich ist, werden wieder nur in den (künstlichen) Diskussionen untern den Mitschülern selbst gefordert.

Heute bietet das Internet bzw. das World Wide Web in den verschiedenen Chat-Kanälen die Möglichkeit, zeitgleich mit Gesprächspartnern aus aller Welt zu kommunizieren. Hierfür ist weder eine genaue Kenntnis des Computers noch die Beherrschung schwieriger Software nötig. Dies gibt dem Chatten momentan noch den oft von technischen Problemen behafteten Videokonferenzen den Vorzug.

Wohl aber ist es nötig, sich auf das Medium Internet ein wenig einzulassen. Dieses erscheint den einen aber oft als Leviathan, wild, gefährlich und brutal , den anderen ist es völlig unkritisch virtuelle Gemeinschaft, Treffpunkt und trautes Heim für Gleichgesinnte, die im wirklichen Leben offenbar nicht ganz so einfach zueinander finden . Jede dieser beiden extremen Positionen wird von ihren Anhängern nicht selten vehementestens propagiert und verteidigt, dabei sind letztlich beide Positionen richtig. Einerseits bietet das Netz nie dagewesene Möglichkeiten zur Kommunikation, andererseits ist der Begriff "Kommunikation" ethisch zunächst wertfrei und der Einsatz des Internets garantiert nicht per se pädagogisch wertvolle Projekte. Wie jedes Medium ist dieses zwar bis zu einem gewissen Grad ganz sicher selbst die "message" , aber gerade deshalb gilt es, seine Kommunikationsmöglichkeiten genauestens auszuloten und in pädagogischem und didaktischem Kontext zu thematisieren, damit dem Internet und seinen spezifischen Ausdrucksformen adäquate Inhalte geschaffen und Einsatzmöglichkeiten gefunden werden können.

In der offenen Jugendarbeit und im Austausch mit anderen Pädagogen und Schülern habe ich festgestellt, daß offensichtlich kein Bereich des Internets auf Jugendliche so große Faszination ausübt wie das "Chatten": Ähnlich wie in MUDs "trifft" man sich in einem virtuellen Raum, ist dort entweder verabredet oder auf der Suche nach neuen Netzbekanntschaften und "plaudert" miteinander. Die Gesprächsbeiträge der einzelnen Teilnehmer werden mit wenigen Sekunden Zeitverschiebung nach der Eingabe auf dem Bildschirm untereinander aufgelistet, wobei in aller Regel der zuletzt eingegebene Beitrag ganz oben auf der Liste erscheint, diese also - entgegen unseren sonstigen Lesegewohnheiten - von unten nach oben gelesen wird. Je nach Anzahl der Besucher in einem solchen Chatprogramm kann es schnell sehr chaotisch zugehen - zwischen den eigenen Beitrag und den, auf den man sich beziehen will, schiebt sich schnell ein gutes Dutzend anderer Aussagen, die sich um ein ganz anderes Thema drehen. Der geübte Chatter entwickelt also schnell eine ausgeprägte Fähigkeit zum selektiven Lesen, er nimmt die Beiträge, die nicht an ihn gerichtet sind oder ihm nicht interessant erscheinen, gar nicht mehr wahr. Die Stimmung in einem Chatprogramm ist oft der in einer Kneipe nicht unähnlich. Untermauert vom "Gemurmel" der Konversation links und rechts an der Theke tauscht man sich mit seiner Verabredung oder seiner Zufallsbekanntschaft aus.

Gerade diese "Kneipenatmosphäre" ist aber wohl auch dafür verantwortlich, daß das Chatten in pädagogischen Kreisen einen anrüchigen Geschmack bekommen hat. Und natürlich: da wird geflirtet was das Zeug hält, da werden Banalitäten ausgetauscht, da wird auch schon einmal geschimpft und geflucht, bedroht und bedrängt - fast, wie im wirklichen Leben also . Die Literaten sitzen im Hinterzimmer.

Zum Glück gibt es die im Internet aber auch: manche Chatprogramme bieten die Möglichkeit, "private rooms" einzurichten, die nur über ein vorher verabredetes Passwort betreten werden können, andere verlangen eine Art Mitgliedschaft, die über e-mail beantragt werden muß und bei dem kleinsten Anflug von "indecent behaviour" des Mitglieds wieder entzogen werden kann - die Tür zur Kneipe bleibt dann zu. Geht es also darum, einen ungestörten und adäquaten Diskurs via Internet zu etablieren, gibt es sehr wohl Möglichkeiten, entsprechende Gesprächspartner zu finden und sich in einen ruhigen Raum zurückzuziehen, in dem Gespräche nach vorher verabredeten Regeln stattfinden können.

 


Kommunikationstheoretische Spezifika des Chattens

"Chat" wird mit "Plauderei" übersetzt, wobei dies im Internet-Jargon der "Oberbegriff für die Möglichkeit ist, über Online-Dienste und Internet direkt und live (in real time) miteinander zu kommunizieren" . Chatten ist von seiner Anlage her eine paradoxe Angelegenheit: Rein über die Schrift realisiert, hat es doch mehr Ähnlichkeit mit gesprochener als mit geschriebener Sprache, erinnert eher an Gespräche als an Briefwechsel.

Als "Gespräch" wird in aller Regel eine "begrenzte Folge sprachlicher Äußerungen" begriffen, welche dialogisch realisiert werden und thematisch orientiert sind . Eine räumliche Anwesenheit aller Gesprächsteilnehmer ist hierbei keine Voraussetzung - auch über das Telefon finden schließlich Gespräche statt. Brinker/Sagers Definition zu Folge entspricht das Chatten also den Hauptmerkmalen von Gesprächen. Trotzdem gibt es eine Anzahl distinktiver Spezifika.

Sind beispielsweise beim Telefonieren schon körpersprachliche Signale ausgeschlossen, wodurch sich eine spezifische Kommunikationstechnik intuitiv entwickelt, fehlen beim Chatten am Computer auch noch jegliche parasprachlichen Merkmale: Keine Veränderung in der Stimmlage signalisiert Emotionen, auch die Schrift selbst verbleibt unpersönlich. Die Rückmeldung während eines Redebeitrages bleibt aus - während der "Sprecher" mit seiner Tastatur beschäftigt ist, kann er nicht aus der Mimik des Gesprächspartners Rückschlüsse ziehen. Er weiß nicht, ob dieser gelangweilt oder hochinteressiert ist, sich angegriffen fühlt oder geschmeichelt; es sei denn, dieser gibt ihm ein explizites (schriftliches) Feedback, welches erst um einige Sekunden zeitverzögert eintrifft. Um eine körperliche Dimension in die Kommunikation einzubeziehen, sind die in der Presse viel beschriebenen Emoticons entstanden, wobei diese in vielen Bereichen schon wieder durch Akronyme abgelöst worden sind: ROTFL (Rolling on the floor, laughing) ist beispielsweise auch in vielen deutschen Chatkanälen eine allseits bekannte und viel benutzte Vokabel . Trotzdem ist dieser Versuch, Körperlichkeit in Schriftlichkeit einzubinden, natürlich nur ein dürftiger Ersatz: Emoticons und Akronyme sind zwangsläufig nicht mehr als Klischees, und sie werden willentlich und bewußt eingesetzt. Jeder Gesprächspartner gibt also nur das von sich preis, was er auch offenbaren will und hat damit alle Möglichkeiten, seine eigenen Emotionen (und seine Identität) zu verschleiern.

Vielleicht ist dies einer der Gründe dafür, daß in Chatprogrammen immer wieder geringe Hemmschwellen und Eskalationsdynamiken festgestellt wurden . Offenbar spielen aufgrund der eindimensionalen Kommunikation auch Projektionsmechanismen eine entscheidende Rolle. Dies trifft zwar auf positive und negative Dynamiken gleichermaßen zu, kann aber für einen Einsatz des Mediums im Fremdsprachenunterricht von großem Nutzen sein - die Schüler gehen schneller aus sich heraus und verhalten sich lange nicht so gehemmt wie im "normalen" Fremdsprachenunterricht.

Kritikern des Chattens stößt oft auf, daß Ausdrucke von solchen Gesprächen oft mehr als chaotisch erscheinen. Hier spielt gerade bei Multi-User-Chats eine besondere Rolle die Aushandlung des "turn-takings" , welche durch die Kommunikationsbedingungen extrem verkompliziert ist, d.h. es ergibt sich immer wieder die Situation, daß mehrere Gesprächsteilnehmer gleichzeitig "reden" und der Ausdruck eines solchen Gesprächs oft einen verwirrenden und zusammenhanglosen Eindruck macht. Ein "chat" ist ursächlich nicht für eine Veröffentlichung bestimmt und auch nicht für die Rezeption unbeteiligter Personen. Auch bei Transkripten mündlich geführter Gespräche fällt auf, daß die Teilnehmer sich scheinbar nicht richtig aufeinander beziehen, daß die Sprache oftmals über weite Strecken syntaktisch nicht korrekt ist. Es muß also beachtet werden, daß auch beim Chatten genau wie bei Gesprächen der Prozeßcharakter entscheidend ist. Die Lektüre eines Chat-Ausdruckes ist oft weniger aufschlußreich als eine Teilnahme am Prozeß - und gerade der Prozeß ist im Fremdsprachenunterricht letztlich entscheidender als das Resultat an sich.

 


Fachdidaktische und methodische Folgerungen für den Fremdsprachenunterricht

Aufgrund der nicht immer positiven Vielfalt von Charakteren in öffentlichen Chatkanälen empfiehlt es sich, die Schüler nicht einfach in ein solches Programm zu schicken, sondern die Gesprächspartner schon vorher zu suchen und auszuwählen, sie über das Sprachniveau der Schüler zu informieren und auch das Thema des Gesprächs schon abzustecken. Auch das Chatten an sich muß zunächst gelernt werden - die verwirrende Vielfalt von Gesprächsbeiträgen und die Geschwindigkeit, in der diese bei mehreren Gesprächsteilnehmern eintreffen, kann vom eigentlichen Anliegen, nämlich der Verbesserung kommunikativer Kompetenzen, ablenken. Deshalb sollte mit unerfahrenen Schülern (und Lehrern) zunächst die Anzahl der Besucher eines "Raumes" streng begrenzt bleiben. Als praktikabel hat sich erwiesen, auf einen native speaker zwei deutsche Schüler kommen zu lassen. Möglich ist auch, die deutschen Schüler in Kleingruppen aufzuteilen, die sich jeweils einen Rechner teilen, solche Gruppen sollten aber auch keinesfalls mehr als drei Mitglieder haben, damit der Redeanteil einzelner Schüler nicht zu gering wird. Hilfreich ist bei Kleingruppen eine genaue Vereinaberung darüber, daß jeder Schüler für einen bestimmten Zeitraum des Chats den Rechner bedienen soll - auch so wird ein Gleichgewicht in den Gruppen verbessert. In jedem Fall sollten die Schüler mit einem vorher im Unterricht ausgearbeiteten Auftrag in das Gespräch geschickt werden. So können mögliche Defizite im Sprachmaterial vorher thematisiert werden, damit den Schülern in der konkreten Situation für das Thema wichtige Vokabel- und Strukturhilfen gegenwärtig sind. Zudem ist gewährleistet, daß ausreichend Gesprächsstoff besteht.

Die Themen sollten bei den ersten Chat-Versuchen der Schüler nicht zu komplex sein. Trotzdem lassen sich aber schon ab dem Ende des ersten Lernjahres motivierende und sinnvolle Chats führen. Aufträge in einer solchen Lerngruppe könnten die Erstellung eines character sheets zu dem Gesprächspartner, eine Darstellung der Heimatstadt oder ein Austausch etwa über landesspezifische Hobbies sein.

Selbst wenn das Sprachniveau der Schüler noch sehr gering ist, reagieren erfahrungsgemäß auch leistungsschwächste Schüler in solchen Situationen sehr motiviert und eifrig. Hier wirkt sich die Anonymität des Mediums voll und ganz positiv aus: Der Gesprächspartner kann nicht sehen, wie krampfhaft nach Worten gesucht wird, ein slip of the tongue (hier wohl eher der Finger) läßt sich korrigieren, bevor die Nachricht durch den Äther geschickt wird. Wird eine Nachricht des Gesprächspartner nicht gleich verstanden, verbleibt Zeit für ein mehrmaliges Lesen der Zeilen, ohne daß die Schüler gleich unter Druck geraten. Trotzdem kommt die eigentliche Gesprächssituation voll zum Tragen, indem die Beiträge relativ schnell gewechselt und spontan produziert werden - eine Tätigkeit, von der sich leistungsschwächere Schüler im normalen Unterricht oft überfordert fühlen oder auch gleich ganz abblocken. Durch eine kleine Anzahl von Gesprächsteilnehmern steigt die Verantwortung des einzelnen, ohne daß dies von den Schülern als Zwang oder Druck empfunden wird. Manche Schüler erleben beim Chatten das erste Mal eine wirkliche Gesprächssituation in der Fremdsprache, die frei ist von der Künstlichkeit bei classroom discussions. Werden Chats im nachfolgenden Unterricht aufgearbeitet und Resultate systematisiert, läßt sich viel von der Motivation in den "normalen" Unterricht herüberziehen - die Schüler haben bereits erfahren, daß sie sich zu einem bestimmten Thema durchaus äußern können und sind so eher bereit, dies dann auch mündlich und vor einem größeren Plenum zu tun. Das Verfassen von Ergebnisprotokollen eines Chats sollte zwar nicht zur Regel werden, um nicht auch hier zu schnell Routinen entstehen zu lassen, kann aber in bestimmten Fällen sehr zur Auseinandersetzung mit der schriftlichen Sprachproduktion motivieren.

Anspruchsvolle Projekte lassen sich in den höheren Stufen realisieren. Hier bietet es sich speziell an, Texte zu thematisieren, die dem WWW entnommen sind und somit allen Gesprächspartnern in der gleichen Fassung zugänglich sind .

Immer wieder wurde die in e-mails und Multi-User-Chats oft fehlerhafte Sprache kritisiert . Hierbei sollte aber die Nähe vom Chat zum normalen Gespräch beachtet werden. Als dialogische Kommunikationsform steht der Inhalt eher im Vordergrund als die Form. Gesprächsbeiträge werden schnell formuliert und versendet, um den Diskussionsfluß nicht zu unterbrechen. Ausgedruckt präsentiert sich dies tatsächlich oft nicht gerade als der Höhepunkt der Schriftkultur. Dies ist aber auch gar nicht die Intention des Chattens. Wird die Kommunikationsform im Unterricht eingesetzt, dann, um einen lebendigen und vor allem spontanen Austausch mit Muttersprachlern zu ermöglichen, um Sprachbarrieren bei Schülern abzubauen, um den Unterricht zu ergänzen und zu bereichern, um Unterrichtsprojekte vorzubereiten oder abzuschließen - nicht, um traditionelle Unterrichtsformen zu ersetzen. Jedenfalls aber sollte das Medium und seine spezifischen Ausdrucksformen explizit thematisiert und problematisiert werden, um unkritischen Sichtweisen zu vorzubeugen und Medienkompetenz zu verstärken. Wünschenswert wären durchaus fächerübergreifende Projekte, in denen beispielsweise auch im Deutschunterricht die Sprachanwendung im Internet untersucht wird.

 

© Doris Mause [zuerst veröffentlicht in medien praktisch 3/97] 
 
 

Informationen zu Chat-Programmen

Es kann auf WWW-Chatprogramme zurückgegriffen werden, die ohne zusätzliche Software eingesetzt werden können. Bei Eingabe des Suchbegriffes "Chat" gibt die Suchmaschine http://www.yahoo.com um die hundert Einträge an. Als Beispiel mag hier der Cybertalker stehen. Hier gibt es verschiedene öffentliche Räume, die vorwiegend von jugendlichen Benutzern aus aller Welt bevölkert werden - der Umgangston gerät aber manchmal etwas rauh. Der eigentliche Vorzug des Programms ist , daß die Einrichtung von privaten Räumen über die Eingabe eines beliebigen Codeworts möglich ist - wodurch Verabredungen im virtuellen Raum zuverlässig eingehalten werden können.

Eine gängige Software, die auch viel von englischen und amerikanischen Schulen eingesetzt wird, ist PowWow - läuft allerdings nur unter Windows. Sie kann unter http://www.tribal.com/powwow/ mit allen Informationen und kostenfrei geladen werden.

Der IRC (Internet Relay Chat) bietet eine Vielzahl von Räumen zu allen denkbaren Themen. IRC ist etwas schwieriger zu handhaben, aber jedoch durchaus auch vom Computerlaien zu bedienen. Information und Software finden sich unter http://internet.relay.pages.de.

Ansprechpartner für einen Schüler-Chat finden sich unter den genannten Adressen oder unter: http://www.iglou.com/xchange/ece/index.html.

Web-Adressen zu  Schulen aus aller Welt und e-mails von Ansprechpartnern gibt's unter http://web66.coled.umn.edu/schools.html.

Erfahrungsberichte austauschen und um Anregung und Tips bitten kann man im Forum für Englischlehrer aus aller Welt: http://www.pacificnet.net/~sperling/eslcafe.html.

Für ein Projekt im Klassenverband benötigt man zwischen 10 und 15 Rechnern. Sollten diese in der Schule nicht verfügbar sein, ist ein Unterrichtsgang in ein Internetcafe eine sehr praktikable Lösung. Internetcafes gibt es inzwischen in allen größeren Städten, z.T. kommerziell betrieben, z.T. aber auch in den städtischen Jugendzentren. Der Vorteil ist hier, daß die Rechner eigentlich immer sehr gut gewartet sind und daß bei technischen Problemen Fachleute zur Beratung herangezogen werden können. In aller Regel ist es angeraten, sich vorher Rechner reservieren zu lassen und bei der Gelegenheit auch gleich einen Gruppentarif auszuhandeln. Erfahrungsgemäß ist der Besucherandrang in solchen Einrichtungen morgens sehr gering.

 


Literatur:

Bredekamp, Horst: Leviathan und Internet. in: Die Zeit. 2/1997 vom 3.1., S.35.

Brinker, Klaus und Sager, SvenF.: Linguistische Gesprächsanalyse. Berlin 1989.

Casimir, Roswitha und Harrison, Roger: Partnersuche im Internet. in: Bollmann, Stefan und Heibach, Christiane (Hrsg.): Kursbuch Internet. Mannheim 1996.

Herz. J.C.: Surfen auf dem Internet. Reinbek bei Hamburg 1996.

Heuser, Uwe Jean: Tausend Welten. Die Auflösung der Gesellschaft im digitalen Zeitalter. Berlin 1996.

Kreisel, Uwe und Tabbert, Pamela Ann: Net Jargon. Reinbek bei Hamburg 1996.

Kultusministerium NRW: Richtlinien und Lehrpläne Englisch. Gymnasium Sekundarstufe I. Düsseldorf 1993.

McLuhan, Marshall: Die magischen Kanäle. Understanding Media. Dresden und Basel 21995.

Musfeld, Tamara: MUDs oder das Leben im Netz. Alltag, Spiel und Identitätssuche. in: medien praktisch 2/1997, S.23-27.

Rautenhaus, Heike: E-mail im Englischunterricht. in: Der fremdsprachliche Unterricht 1/1995, S.55.

Rheingold, Howard: Virtuelle Gemeinschaft. Bonn 1994.

Stoll, Clifford: Die Wüste Internet. Frankfurt am Main 1996.

Wetzstein, Thomas A. et al.: Datenreisende. Opladen 1995.

© Doris Mause [zuerst veröffentlicht in medien praktisch 3/97]